Sich integrieren lernen!

By | 16. Juni 2016

Wenn man ein Kind zu einem aufrichtigen und glücklichen Menschen erziehen will, sollte man die Welt mit seinen Augen sehen. Dann weiß man um dessen Ängste, Sorgen, Freuden und Hoffnungen.
Nicht anders verhält es sich mit Menschen, die aus anderen, „ fremden“ Kulturen zu uns kommen.
Aber warum sind uns diese Kulturen „fremd“? Weil sie „so weit entfernt“ sind? Im Zeitalter von Google und Facebook? Weil sie uns „egal“ sind? Oder weil wir gar nicht bzw. nur fragmentarisch und gefiltert über sie in den Nachrichten hören?

Um mündig und frei zu sein, muss man einen eigenen Standpunkt haben und keinen Parolen hinterherrennen oder medialer Schwarz-Weiß-Malerei aufsitzen.
Dazu bedarf es Wissen, Erfahrung und Mut!
Was weiß denn ein Deutscher über den Iran, über China, über Russland, Polen, Südafrika oder die USA wirklich? Meist das, was ihm „leicht verdaulich vorgesetzt“ wird. Auf der Basis dieser Vorurteile schätzen wir dann „Fremde“ ein.
Die Welt ist aber nicht „Schwarz-Weiß“!
Europa ist ein „fortschrittlicher Kontinent“. Aber nur partiell! Es gibt Staaten die sehr egoistisch ihre eigene Nationalität ausleben möchten und fremdenfeindlich eingestellt sind.
Deutschland ist „hochzivilisiert“. Es hat einen Konsum orientierten hohen Lebensstandard. Es ist Exportweltmeister! An seinem Territorium gemessen ist es auch der mit Abstand größte Waffenexporteur der Welt. Es hat aus den Folgen seiner militaristischen Geschichte gelernt, andere Völker zu respektieren und humanistisch zu handeln und es hat immer noch nicht gelernt es zu unterlassen, Menschen verachtende Systeme direkt oder indirekt mit Waffen zu beliefern.
Und so hilft es den Gepeinigten und unterstützt auch so manchen Peiniger.

All das wissen und erfahren auch die zu uns Geflüchteten! Sie schauen positiv beeindruckt und gleichzeitig vorsichtig und skeptisch auf Europa und Deutschland. Sie haben von Kind auf gelernt, Regierungen zu misstrauen und die meisten hatten nichts mehr zu verlieren als ihr Leben.
Sie sind Menschen wie Du und ich. Und Menschen sind vielfältig. Von ehemaligen europäischen Kolonialmächten in Armut getrieben und zum Teil bis heute ausgebeutet, finden sie Halt und Hoffnung in ihrer Religion und wollen ihrem unwürdigen Dasein entfliehen.

Möchten viele der Ausgewanderten und Vertriebenen aber wirklich in Deutschland leben oder sind sie notgedrungen hier gestrandet, weil wir ihnen „Erste Hilfe“ zu teil werden lassen?
Ja, sie sind nun in Deutschland, aber im tiefsten Inneren angekommen sind sie noch nicht. Das braucht Zeit, Verständnis und Vertrauen! Vieles ist völlig neu, anders, fremd. Sie haben gelernt, sich die Dinge genau anzusehen und Ehrlichkeit zu erspüren. Viele haben Ängste, schämen sich über ihre Situation, suchen nach Halt, wollen Deutsche werden und wissen doch nicht, was das ist.
Aber verstehen wir die vielen Ehrlichen, wirklich Hilfsbedürftigen?
Und was ist denn „Deutsche Identität“? Worin bestehen denn unsere Überzeugungen, Verhaltensweisen und emotionalen Bezüge, die uns als Deutsche verbinden? Seit über 70 Jahren versucht man sich um eine klare Definition dieses Begriffes herum zu lavieren!
Andere als „normal“ zu betrachten, mit ihnen zu leben, zu zeigen wie wir leben, was unsere Werte sind und was unsere Lebensweise bestimmt, sollte praktiziert werden. Vielleicht möchten tatsächlich gar nicht so wenige unsere Lebensweise annehmen, unsere Sprache lernen und sich in unserem Land eine Existenz aufbauen.
Die Burka oder Abaya würde dann von allein verschwinden, wenn europäische Lebensweise mit ihrem zugrunde liegenden Rechtsbewusstsein akzeptiert wird. Orte der Religionsausübung wären kein Diskussionspunkt, wenn die Religionen das Miteinander aller Menschen zur ihrer Aufgabe machten und nicht das Eine über das Andere stellten.

Möglicherweise schafft es nicht jeder, sich zu integrieren und sollte in einer für ihn besser geeigneten Kultur seine Chance finden. Mancher nutzt uns auch aus, weil er sich als Wirtschaftsflüchtling auf dem Rücken der anderen Migranten Vorteile erheischen will und einige hassen den „dekadenten Westen“ ,möchten ihn vernichten und aus religiöser Verblendung „das Morgenland retten“. Aber auch einige deutsche Institutionen nutzen die Gelegenheit, um mit Migranten Geld zu verdienen. Für jede dieser Gruppen muss man deutlich wirksame Maßnahmen ergreifen.

Integration verlangt einerseits Identifikation mit der deutschen Lebensweise und andererseits Weltoffenheit der Deutschen. Leider sind gar nicht so wenige Deutsche noch nicht in der Welt angekommen, sondern führen ein Schrebergartendasein – zum Teil auf hohem Niveau.
Aber Integration ist keine Einbahnstraße! Unsere Gesellschaft mit den Ideen, Kulturen und Errungenschaften anderer zu uns gekommener Menschen zu bereichern ist eine große Entwicklungschance und macht uns reicher.

Da stehen wir noch am Anfang! Hier ist Aufklärung geboten: Für die Angekommenen und die Alteingesessenen!

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