Die Vielseitigkeit des Angelns

By | 22. Januar 2015

In Gesprächen mit anderen Menschen müssen Angler sich oft vorwerfen lassen, ihr Hobby sei langweilig. In den Köpfen der Gesprächspartner befindet  sich oft das Bild eines einsamen, am See sitzenden Menschen, strömender Regen, vor sich eine Angelrute, ein Regenwurm am Haken, vor sich hin auf einen Fisch wartend. Natürlich vergeblich wartend.

Auch wenn diese Situation durchaus möglich ist, so ist sie keinesfalls der Normalfall beim Angeln. Dafür hat das Hobby (der Sport) viel mehr zu bieten!

 

Die Vielseitigkeit des Angelns

Ansitzangeln

Über dem See liegen noch Nebelschwaden. Es ist noch kühl, aber die gerade aufgehende Sonne kündigt einen freundlichen, neuen Tag an. Während die beiden Angler ihre Ausrüstung vorbereiten, beködern und auswerfen, zwitschern die Vögel in einem bunten Durcheinander um die Wette. Die Angler sind still, teils ob der frühen Stunde, jedoch hauptsächlich weil sie sich als Teil der frühmorgendlichen Szenerie in der Natur fühlen. Sie wollen nur genießen und nicht stören.

In den Klappstühlen sitzend, lassen sie jeden Ton, jeden Geruch und jedes Bild auf sich wirken. Aus der Thermoskanne gießen sie sich einen dampfenden Kaffee ein nippen daran und wärmen sich die kühlen Hände. Die Sonne steigt höher und am See beruhigt sich die Natur wieder etwas. Die Köder werden kontrolliert und die ersten Sätze werden gewechselt, die ersten Lacher ausgetauscht. Die beiden Freunde unterhalten sich über die Arbeit, Erlebnisse der Woche, gemeinsame Bekannte. Zwischendrin tauschen sie sich über ihr Hobby aus, schmieden Strategien und teilen Phantasien über den ganz großen Fang miteinander.

Auf einmal schießt Adrenalin durch die Adern, als der eingehängte Bissanzeiger von dem vermeintlichen Riesenfisch mit einem konsequenten Ruck hochgezogen wird. Ein kurzer Anhieb und schon stemmt sich einer der Angler gegen die gebogene Rute und kämpft mit dem Fisch. Bis auf wenige, kurze Kommandos wird kaum gesprochen, zu groß ist die Spannung. Welche Fischart? Wie groß ist der Fisch? Wer wird den Kampf gewinnen, Fisch oder Angler?  Als der Fisch dann im Kescher liegt werden überschwengliche „Petri“ Glückwünsche mit ehrlicher Freude ausgetauscht.

Die Stunden fliegen im Nu mit guten Gesprächen, Snacks und Getränken und mit viel Lachen! Abends, während der Heimfahrt wird der Wunsch des baldigen Wiederholens des wunderbaren „Tages unter Freunden“ übereinstimmend geäußert.

Spinfischen
Ein leichter Rucksack, einen Kescher und eine extrem leichte Angel mit gut ausbalancierter Rolle ist alles was ein aktiver Spinfischer braucht. Bereits früh am Morgen schleicht der sportliche Angler an das Gewässer, montiert seine Kunstköder (Fischimitate aus verschiedenen Materialien die Raubfische überlisten sollen) und wirft gezielt strukturreiche Gewässerbereiche an um die dort stehenden Raubfische anzusprechen. Stellt sich nach wenigen Würfen kein Erfolg ein, zieht der Angler weiter. Auf diese Weise werden täglich viele Kilometer zurückgelegt. Dies ist gut für die Gesundheit, und so hat  Angeln auf diese Art und Weise das Prädikat „Sport“ wirklich verdient. Das Schöne am Spinfischen ist die hohe Aktivität des Anglers und die vielfältigen „Geheimnisse“ die es zu lüften gibt bis der erwünschte Räuber angebissen hat. Bevorzugter Köder, die richtige Führungstiefe, erfolgversprechende Standplätze, Strömungskanten und viele Faktoren mehr sind Bereiche die viel Erfahrung und Antizipationsvermögen des Anglers verlangen.

Ein weiteres Highlight ist der Anbiss des Räubers der sich wie ein „Schlag“ in die Rute anfühlt und das Adrenalin durch den ganzen Körper schießt!

 

Fliegenfischen

Dass Angeln sogar eine Kunst sein kann, beweist das Fliegenfischen. Bekannt aus dem Film „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ mit Brad Pitt handelt es sich bei dieser Art des Angelns um die Kunst eine Angelleine mit einem höheren Eigengewicht mit fließenden Bewegungen so hin und her zu schwingen, dass die daran hängende Fliegenimitation zielgenau dem Fisch vor den Mund geworfen wird.

Doch nicht nur die Wurfkunst ist beim Fliegenfischen kunstvoll. Die künstlichen Fliegen werden aufwändig und in akribischer Handarbeit dem echten „Fliegenmodell“ so naturgetreu wie möglich nachgeknüpft. Dabei können Stunden vergehen, die sich aber echte Fliegenbindemeister gerne nehmen.

Meistens wird mit der Fliege in landschaftlich wunderschönen Bächen des Gebirges geangelt. Dadurch ist der Naturgenuss unvergleichlich.

 

Big Game Fischen

Eine ganz andere Art des Angelns ist das Big Game Fischen. Unter Big Game Fischen versteht man das Angeln auf die größten Fische des Meeres. Dazu gehörten ursprünglich Arten wie Marlin, Thunfisch, Schwertfisch und Hai. Aus Gründen des Artenschutzes wird mittlerweile jedoch auf das Angeln auf Hai fast überall auf der Welt verzichtet, dafür rückt der Segelfisch immer mehr in den erlauchten Kreis auf.

Manche dieser Arten werden 500 Kilo schwer. Diese Giganten mit Rute und Rolle zu fangen ist eine der größten Herausforderungen an Angler und Gerät.

Wer dazu eindrucksvolle Berichte lesen und Bilder rund um das Big Game Fischen sehen möchte, der ist im Big Game Board richtig.

Geangelt wird meist auf der Hochsee in speziellen Angelbooten auf denen Angler, Kapitän und Crew perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen. Der Reiz liegt jedoch nicht nur im Kampf mit einem Meeresgiganten. Zum Big Game Fischen gehören fremde Länder, das Auseinandersetzen mit Meer, Wind und Wellen, fremden Kulturen und Menschen.

 

 

 

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